sicher beraten

 

Die sechs Kompetenzen für professionelle Beratung

 

Wer Beratungsprozesse begleitet, braucht neben den spezifischen Kenntnissen seiner Beratungsdisziplin (Organisationsentwicklung, Personalentwiclung, Coaching, Mediation, Supervision,…) allgemeingültige Kompetenzen. Kompetenzen befähigen zum sicheren Handeln in unsicheren Situationen. Sie sind zentraler Bestandteil der Prozessberatung.

 

Koproduktion ermöglichen durch Kollektivieren

 

Viele Menschen, viele Meinungen, viele Wahrheiten. Jede einzelne Sichtweise ist ein Mosaikstein eines Gesamtbildes. Diese Vielfalt mit all ihrer Widersprüchlichkeit muss sichtbar werden, damit sie besprechbar und zielgerichtet gestaltbar wird.

 

Sich und anderen etwas Zumuten

 

Beratung wird dann gefragt, wenn Menschen nach Orientierung suchen. Sie zu erhalten ist nicht immer nur angenehm, weil Orientierung immer auch Unbequemes mit sich führen kann. Eine der Grundvoraussetzungen um Veränderungen zu bewirken ist »Klartext reden«. Das kann sehr emotional werden. Mit dieser Zumutung gilt es zielgerichtet umzugehen.

 

Hypothesen bilden und richtigen Irrtum begehen

 

Hypothesen dienen der Handlungsorientierung für mögliche Interventionen. Hypothesen müssen permanent überprüft werden, damit die Intervention auf sicheren Beinen steht. Sollte sich jedoch eine Hypothese als nicht haltbar erweisen, muss sie rückstandslos entfernt werden.

 

Rollen- und Auftragsklarheit herstellen

 

Stärkung und Transparenz von Verantwortungen: Welches Ziel soll erreicht werden und wer soll welchen Zugewinn erhalten? Wer übernimmt auf dem Weg zum Ziel welche Aufgaben und Verantwortung mit welchen Handlungen? Und nicht zuletzt ist darauf zu achten, dass die intrinsische Motivation des Beraters den äußeren Auftrag weder dominiert noch ersetzt. Das erfordert eine aktive Auseinandersetzung mit der Frage:»Was (ver)führt mich, wenn ich führe?«

 

Sein Tun in Kontexte einbetten

 

Welche Beratungsdisziplin auch immer zum Einsatz kommt: die Anschlussfähigkeit des eigenen Handelns muss gesichert sein. Dazu darf das Beratungshandeln den Menschen in ihrem Kontext weder zu fremd noch zu vertraut sein. Es muss ihnen etwas fremd und etwas vertraut sein.

 

 

Fallverstehen

 

Wenn Menschen von ihrem Problem erzählen, muss nicht nur der Inhalt erfasst und verstanden werden. Zusätzlich muss die dahinter liegende Not ergründet und schießlich auch die Erfolgswahrscheinlichkeit möglicher Interventionen eingeschätzt werden.